A ♥ U im Interview mit dem Philosophischen Duett
In jedem von uns steckt ein Philosoph. Mit dieser These gingen Basi und Bernhard 2010 ans Werk und versuchten den Kerngedanken der Zusammengehörigkeit und des gemeinsamen Schaffens welcher mit Jean Stein durch Augsburg’s Subkultur schoss, mit ihrem Lieblingsthema, der Philosophie zu vereinen.
Die These bewahrheitete sich und relativ zügig war der Abend des Philosophischen Duetts ein gut besuchter Event zur heiteren Philosophiererei. Hier traf sich nicht wie vielleicht zu erwarten war, ein elitärer Kreis aus brilletragenden Bücherwälzern. An diesen Abenden begegnen sich Philosophieinteressierte aus allen Schichten die unser schönes Augsburg zu bieten hat. Da trifft schon einmal ein hochgelehrter Experte auf die subjektive Lebenserfahrung eines jungen “Dreadlockgirl”. Aber man geht respektvoll miteinander um. Nicht zuletzt ist das auch Ziel dieses offenen Dialogs, welchen die beiden Freunde initieren. Im geselligen Zusammensein geht es um das Mitteilen seiner eigenen Perspektive zum Leben aber auch das Offen sein für einen Wechsel der gleichen.
“Hin und wieder gab es schon einen Konflikt,” so das Duo, “jedoch ließ sich dieser immer relativ zügig regeln. Aber der kontinuierlich respektvolle Umgang miteinander freut uns sehr. Vor allem, weil es an diesem Abend natürlich auch um sehr viel Subjektivität geht.” Verständlich, denn Philosophie hat sehr stark etwas mit unserem eigenen Weltbild zu tun. Die Standpunkte welche jeder hier vertritt gehören zu den fundamentalen Grundpfeilern des eigenen Versuchs der “Welterklärung”. Da soll erst mal jemand kommen und mir versuchen weis zu machen, dass meine Ansichten und Gefühle, meine Themen und Überzeugungen vielleicht garnicht der Realität entsprechen. Oder dass Realität schon einfach sich garnicht selbst entspricht.
Schwer zu verdauen, aber schön diese Freiheit zu spüren, sich auf neues einzulassen und die tiefsten Strukturen der Wahrnehmung verrückt spielen zu lassen. Zu experimentieren wie sich Gedanken und Gefühle ändern wenn man sich einlässt auf den Perspektivenwechsel.
Nicht zuletzt ist es ein Abend gespickt mit Provokation. Dahingehend aus sich raus zu gehen und seine Meinung zu äussern, aber auch Provokation, andere Meinungen aufzunehmen und als mögliche Neuentdeckung zuzulassen. Natürlich ist das nicht immer ganz einfach. Vor allem nicht, wenn es um das pure Ego geht, was ja nicht zuletzt ein Grund für die Disziplin “Philosophie” ist. Ohne Ego, gäbe es ja wohl auch keine Erklärungsnöte der Welt gegenüber.
Deswegen freut es mich, dass diese Abende weiterhin in gewohnten Örtlichkeiten stattfinden und mithelfen, dem Provokationsraum seine Bestimmung zu verleihen. Ein offener Raum für Ideen und Schaffen.






