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Fortbildung Dreikäsehoch – Diversifikation


Eine der schönsten Ge­schäfts­ideen, die mir in der letzten Zeit untergekommen sind. Die Ge­schwis­ter­chen­ Schu­le bringt dem ah­nungs­lo­sen Erst­zwerg den Umgang mit dem neuen Geschwisterchen bei.

Ein auf den ersten Blick grausames Problem, welchem sich die Meisten von uns gegenüber sehen ist die Tatsache, dass Nachwuchs ungleich und vor allem allzu unverschämt schneller nachkommt, als oben in der beruflichen Nahrungskette altgedientes Eisen “wegstirbt”. Dadurch ergibt sich unweigerlich ein satter Markt und die Einnahmen schrumpfen wenn nicht plötzlich unerwartetes passiert und deine Dienstleistung einen neuen Boom erlebt. Dummerweise passiert so etwas normalerweise ein weilchen vorher und ist meist vielmehr Verursacher oben­be­klag­ten Nach­wuchses.

Das ist natürlich nur einer von vielen Gründen für enge Geselligkeit am Markt. Was also tun um sich weiterhin auf selbigem zu behaupten? Oder wenigstens sein bischen Brot zu verdienen und etwaigen “Wein, Weib und Gesang”-Drang zu befriedigen? Diversifikation heißt das Schlüsselwort. In der Wirtschaft auch kein großes Geheimnis.

Nehmen wir den lieben Dr. Oetker. Und nehmen wir den folgenden undenkbaren Fall vor das geistige Auge. Der weltweite Sättigungsgrad an Tiefkühlpizza wäre endlich erreicht und dem Couchpotato liebste Mahlzeit wäre plötzlich Kiwimus mit Avocado-Bärlauchsirup. Da stünde der Onkel Doktor aber nun selten schlecht da. Nicht, dass ich der naiven Überzeugung wäre, auch das ließe sich nicht auf irgendeine Art und Weise vorkochen und in rauhen, tiefgekühlten Mengen der Masse anbieten, ich bin überzeugt mit genügend Geduld ist so einiges schaffbar.

Egal jetzt, Dr. Oetker stünde vor einem Problem, hätte nicht der findige Mediziner, im Grunde sein Enkel, diesen Fall kommen sehen, einstigen nationalsotialistischen Musterbetrieb am Schlawittchen gepackt, umgekrempelt und die Oetker Gruppe gegründet. Vielleicht war es das Verlangen nach mehr als nur Backrezepten, das den Unternehmersprössling dazu trieb ein wenig umzutreiben. Es führte jedenfalls dazu, dass der Oetker Gruppe stärkstes Steckenpferd nun nicht mehr Mutties liebster Kulinartand, sondern das Reedereigeschäft ist. Da staunt der uninformierte Verbraucher nicht schlecht, scheint er nun gar nicht mehr so unscheinbar, der liebe Onkel Doktor. Die Bauklötze hören nicht auf, wenn man noch erfährt, dass gemachter Umsatz hier bei 3,5 Milliarden Euro liegt. Auch ist zweitgrößtes Standbein nicht in der häuslichen Küche zu finden sondern vielmehr im Finanzsektor. Sie können sich quasi mit einem Containerschiff anliefern lassen, weil so etwas teuer ist, einen Kredit aufnehmen, von der Systemküche im Frachter verwöhnen lassen, am Hafen einmal gut Essen gehen, ein paar Bier trinken, danach eine Bionade für das alternative Gewissen, und den Abend mit einer großen Auswahl an Sekt und Tiefkühlkost ausklingen lassen und haben bis dahin nur Produkte unseres einstigen Apothekers gekauft bwz. genutzt. Größenwahn oder Risikominimierung? Risikominimierung. Hefffftigst? Danke.

Was hat nun internationales Großunternehmen mit unserer liebevollen Hebamme gemeinsam?

Beide erkannten, dass mit Markt nicht zwangsweise nur der Markt gemeint sein muss, dem ich es gewohnt bin, anzugehören. Nun mag sich das bei Dr. Oetker wie Welten anhören, und bei Geschwisterchen Schule so naheliegend. Das mag sein, jedoch ist die Haupttätigkeit einer Hebamme nicht die einer Sozialpädagogin, derer man wohl eher eine Idee für jene Dienstleistung zugesprochen hätte. Nicht nur der Beruf verlangt nach Flexibilität. Wer auch bei der Berufswahl äusserst flexibel sich zeigt, in sich geht und heraus findet was er alles kann und dann eine zündende Idee hat, diese verfolgt und nicht mehr loslässt, der hat gute Chancen, sich nicht nur beruflich sondern auch persönlich weiter zu entwickeln. Wie Janoschs Esel (der mit der Ferne, Sie wissen schon) zieht es einen innerlich doch immer weiter. Wer sagt, das einmal ein Beruf erlernt und ein Leben lang genau so weitergelebt werden muss, der hat lange schon den Zug verpasst. Genauso wie uns privater Stillstand im Leben depressiv macht, so macht es mit uns auch der berufliche. Man möchte ja auch nicht jeden Tag die selbe Tiefkühlpizza. Einmal Spinat, einmal Ananas. Und einmal vielleicht mit Kiwi. So wird der anfangs ach so grausam gedachte Ausgangspunkt, gar zu einem Sprungbrett für das nächste Ich. Oder war das jetzt zuviel?

Der Beruf der Hebamme, zumindest der Haushebamme, welche einer schwangeren Frau nach gutem Gewissen, ohne jeglichen medizinischen Schnickschnack durch den Akt der Geburt hilft, ist übrigens wirklich vom Aussterben bedroht. Man lese dazu hier. Steigende Haftpflichtprämien und unzureichende Vergütung machen den Job so unlukrativ, das selbst die Berufung, welche solch eine Tätigkeit vorraussetzt, nicht mehr helfen kann die Damen bei der Stange zu halten. Der Job den die Damen übrigens machen ist erstklassig. Wir haben unsere Tochter im Geburtshaus Augsburg bekommen und sind sehr glücklich mit diesem Entschluss gewesen. Leben alle noch. Punkt.



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  1. Tas Ripcurl sagt:

    Re: Whoever produced the statement that this was a great site really needs to have their head inspected.




Senf dazugeben?




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